Foto: Helmut Radlmeier

Bei der Sportlerehrung der Stadt Landshut wurde mit Manfred Wimmer eine Persönlichkeit
ausgezeichnet, die den Radsport in Niederbayern und weit darüber hinaus über Jahrzehnte
geprägt hat. Die Ehrung als Sportfunktionär zählt zu den höchsten Anerkennungen der Stadt: Sie
wird nur in Ausnahmefällen verliehen, pro Jahr dürfen höchstens zwei Personen ausgezeichnet
werden, die Zahl der lebenden Geehrten soll 20 nicht übersteigen.

Mit Manfred Wimmer fiel die Wahl auf einen Mann, der wie kaum ein anderer für Engagement,
Kompetenz und Leidenschaft im Sport steht. Seit mehr als fünf Jahrzehnten ist er dem Radsport
verbunden. Über 30 Jahre führte er als 1. Vorsitzender den Radsportclub Landshut und prägte
den Verein nachhaltig. Heute ist er Ehrenvorsitzender des Clubs.

Auch auf Landesebene hinterließ Wimmer bleibende Spuren. Als Vizepräsident des Bayerischer
Radsportverband e.V. sowie von 2006 bis 2012 als Schatzmeister übernahm er Verantwortung in
schwierigen Zeiten. Innerhalb von nur zwei Jahren führte er den Verband aus erheblichen
Schulden in geordnete und positive Finanzverhältnisse. Dabei investierte er ehrenamtlich jährlich
mehr als 50 Tage in der Geschäftsstelle in München, modernisierte die Verwaltung und
installierte sogar das EDV-Netzwerk selbst. Seit 2022 ist er Ehrenmitglied des Verbandes – eine
besondere Würdigung, die derzeit nur wenigen Persönlichkeiten zuteilwird.

Auch im Bezirk Niederbayern übernahm Wimmer Verantwortung: zunächst als stellvertretender
Vorsitzender, später als Bezirksvorsitzender. In einer schwierigen Phase stabilisierte er den
Verband und bewahrte ihn vor finanziellen Problemen.

Seine Verdienste reichen jedoch weit über Ämter hinaus. Bereits 1974 initiierte Wimmer den
„Großen Landshuter Straßenpreis“, der sich zu einem der bedeutendsten Radklassiker Bayerns
entwickelte. Insgesamt organisierte er mehr als 60 Radrennen und war bei zahlreichen
Veranstaltungen in ganz Bayern als Funktionär, Sprecher oder Kampfrichter im Einsatz.

Seit 2013 engagiert sich Wimmer zudem bei den Landshuter Fahrrad-Aktionstagen. Dort bringt er
der Öffentlichkeit weniger bekannte Disziplinen wie Kunstradsport, Trial oder Dirtbike näher. Vor
rund zehn Jahren initiierte er innerhalb des Vereins eine Dirtbike-Abteilung und setzte sich
maßgeblich für das heutige Vereinsgelände „Bibertrails“ in den oberen Isarauen ein.

Darüber hinaus pflegt Wimmer internationale Kontakte, etwa zur italienischen Region Friaul-
Julisch Venetien, einem Geheimtipp für Radsportler und Touristen.

Doch auch selbst war Manfred Wimmer ein erfolgreicher Sportler. Er wurde mehrfach
niederbayerischer Meister auf Straße, Bahn und in der Mannschaft, absolvierte die Übungsleiter-
sowie Trainer-B-Ausbildung in Frankfurt und war von 1988 bis 1991 Nationaltrainer der
deutschen Gehörlosen-Radsportnationalmannschaft. 1989 betreute er das Team bei den
Gehörlosen-Weltspielen in New Zealand.

Zahlreiche Verdienstnadeln des Bundes Deutscher Radfahrer, des Bayerischen
Radsportverbandes und des Bayerischen Landessportverbandes dokumentieren seinen
außergewöhnlichen Lebensweg.

Wer Manfred Wimmer kennt, weiß: Wenn Probleme auftauchen, ist er zur Stelle. Ohne viel
Aufhebens, ohne Zögern – dafür mit Sachverstand, Herzblut und Tatkraft. Die Stadt Landshut hat
mit dieser seltenen Ehrung daher nicht nur einen verdienten Funktionär ausgezeichnet, sondern
einen Menschen, der den Sport über Jahrzehnte mit Leben erfüllt hat.